Rosen gegen Krankheiten vorbeugend spritzen ?

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Rosen gegen Krankheiten vorbeugend spritzen ?

Beitragvon Dirgni99 » Samstag 6. Oktober 2007, 22:19

Guten Tag,

meine Stammrose "Schneewittchen" hat durch den Regen in diesem Sommer sehr gelitten. Erst trat Sternrußtau auf, danach verlor die Rose alle Blätter.

Ich habe hier bei Ihnen gelesen, dass man v o r b e u g e n d gegen Sternrußtau spritzen soll mit einem sogenannten Fungizid.

Was ist ein Fungizid ?
Wann soll man damit die Rosen spritzen?

Vielen Dank und einen schönen Tag wünscht Ihnen :

Dirgni99 :) :) :)
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Beitragvon Herbert Gömmel » Sonntag 7. Oktober 2007, 09:40

Hallo Dirgni99,

"Fungizide" sind Mittel gegen pilzliche Schädlinge. Diese Mittel sind gesetzlich zugelassen. Die Zulassung ist zeitlich begrenzt und kann jederzeit widerrufen werden.

Fragen Sie im Frühjahr im Fachhandel nach einem Spritzmittel gegen Sternrußtau an Rosen. Da auch Pilzsporen resistent werden, meine Empfehlung, wählen Sie 2 verschiedene Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen und verwenden Sie diese im Wechsel.

Die erste Spritzung erfolgt mit dem Frühjahrsschnitt, wobei alle Pflanzenteile benetzt werden, ebenso der Boden. Weitere Spritzungen nach Empfehlung des/r Hersteller/s.

Achten Sie darauf, dass alles abgefallene Rosenlaub aufgesammelt, über den Restmüll entsorgt wird und dass keine befallenen Blätter auf dem Boden überwintern. :D
Mit rosigen Grüßen
Herbert
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Re: Rosen gegen Krankheiten vorbeugend spritzen ?

Beitragvon nesor » Sonntag 7. Oktober 2007, 14:56

Fragen Sie doch nach systemischen Spritzmitteln, diese wirken "pflanzenweit" und sind auch etwas nachhaltiger (starker Regen kann den Wirkstoff nicht mehr auswaschen, da er ja in die Pflanze eindringt).

Mein Favorit ist übrigens der Wirkstoff Azoxystrobin, da dieser die Pflanzen auch stärkt und schöner austreiben läßt (besonders wenn der Sternrußtau einer Rose wieder einmal sämtliche Blätter gekostet hat).
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Beitragvon Herbert Gömmel » Sonntag 7. Oktober 2007, 19:15

Hallo,

meines wissen wirken die meisten Fungizide (Mittel gegen Pilze) und viele Insektizide (Mittel gegen Insekten) systemisch. Systemisch bedeutet, das "Gift" wird über die Blattmasse von den Schädlingen aufgenommen.
Mit rosigen Grüßen
Herbert
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Beitragvon VOWOROS » Montag 8. Oktober 2007, 23:11

:idea: Hallo nesor,
nun muss ich mich gleich noch mal melden, betr. Ihres verfassten Artikels vom 7.10.07 zu Azoxyatrobin. Man lernt ja nie aus und auch mir geht es so, dass mich Ratschläge und Tipps zur Abwehr von Blatterkrankungen an Rosen sehr interessieren. Ich habe in meinem Garten über 600 Rosen stehen und muss aus der Erfahrung einschätzen, dass fast alle im Handel für das kleingartenwesen angebotenen Blatterkrankungsmittel (Saprol ausgenommen) recht wirkungslos sind, bzw. eine sehr zeitige und ständig wiederholende Behandlungsweise erfordern. Bei der Summe meiner Rosen geht das straff in`s Geld. Jetzt habe ich mich mal mit Ihrem Vorschlag "Azoxystrobin" beschäftigt und im Internet brauchbare Ansätze gefunden. Dieser Wirkstoff gehört ja auch zur chemischen Gruppe der Strobilurinfungizide und konnte weiter lesen, dass es auch für den Zierpflanzenanbau geeignet, aber im Kleingartenwesen nicht zugelassen ist. Da erübrig sich fast meine Nachfrage an die BASF. Aber einige "Bauchschmerzen" hätte ich trotzdem, weil bei Anwendung dieses Mittels Schädigungen am Obst auftreten könnten. Meine Bitte wäre trotzdem, wo kann man dieses Mittel erwerben und in welcher Konzentration (ml auf 10 Liter H²0) ist es aufzubringen. Auf der entsprechenden Homepage schreibt man von etwa 3-4 maliger Anwendung pro Jahr, beginnend beim ersten Befall. Das wäre ja sehr günstig, sicherlich auch finanziell. Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Mit besten Rosengrüßen
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Beitragvon Herbert Gömmel » Dienstag 9. Oktober 2007, 09:37

Hallo zusammen,

inzwischen habe auch ich mich mit "Ortiva" befasst, dem Spritzmittel mit dem Wirkstoff "Azoxystrobin".
Vorab sei zu bemerken, dass dieser sehr grundwasserschädlich ist. Die Wirkung von Ortiva ist, den verschiedenen Beschreibungen nach zu schließen, auch nicht 100%ig. Auch sollte man es nicht zu oft anweden.
Für den Hausgarten ist u. a. im Handel "Ortiva Rosen Pilz-frei" von Compo; Mischverhältnis 5ml auf 5 l Wasser. Angeboten wird es 20 ml und 4x4ml zum Preis von ca. 13,50€ bzw. 11€.
Mit rosigen Grüßen
Herbert
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Beitragvon katarzyna » Donnerstag 11. Oktober 2007, 14:17

:) Hallo,ich war schon eine Ewigkeit nich mehr hier ,eigentlich schade.

Jetzt habe ich nach dem katastrophalen Sommer den ich mit viel Spritzmittel
überstanden habe ein Problem.
Alle Rosen waren natürlich krank,die Westerland musste ich sogar bis auf die
Hauptriebe zurückschneiden,lebt aber und treibt wieder aus.
Die übrigen , die jetzt fast alle wie verrückt nachblühen wollen, haben wieder Mehltau bekommen,bis auf die Schottischen Zaunrosen die bei mir als sehr lange Hecke dienen und unbeachtet des Wetters bis auf 2,5 m angewachsen sind.
Und ich bin mir nich sicher ob ich noch mal spritzen soll,wo sie doch bald ihre
Ruhezeit antreten sollen.
Anderseits sind gerade jetzt die Blüten sooo schön,meine neue Whisky
ist atemberaubend.
Ich würde gerne erfahren ,was tun in so einer Situation.
Ich habe die Rosen erst seit zwei Jahren und daher keine grosse Erfahrung.

Katarzyna
mit rosig-freundlichen Grüßen.
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Beitragvon Herbert Gömmel » Donnerstag 11. Oktober 2007, 17:40

Hallo Katarzyna,
bedingt durch den nassen Sommer und Herbst konnten sich heuer die Pilzkrankheiten enorm "breitmachen". :cry:
Eine Spritzung bringt jetzt keinen Erfolg mehr. Wichtig ist, alles abgefallene Laub aufsammeln und über den Hausmüll entsorgen.

Beim Frühjahrsschnitt dann das von Mehltau befallene Holz abschneiden und wie das Laub entsorgen.
Mit rosigen Grüßen
Herbert
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Beitragvon katarzyna » Sonntag 14. Oktober 2007, 14:04

:D Hallo Herbert,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich dachte schon, dass es so ist, also ich lasse die Rosen in Ruhe bis zum Frühling und hoffe auf besseres Wetter.
Katarzyna
mit rosig-freundlichen Grüßen.
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Da bin ich wieder !!!

Beitragvon Dirgni99 » Dienstag 5. Februar 2008, 21:50

Hallo zusammen!
Zuerst einmal vielen herzlichen Dank an alle, die mir bezüglich der Spritzung von Rosen geholfen haben. Ich war ja längere Zeit nicht im Forum, deshalb sage ich jetzt erst einmal " danke schön ".

Mittlerweile war ich bei einem Pflanzen-Fachhandel (mit Gärtner und mit Rosenverkauf), wollte mir dort besagte Mittel mit besagtem Wirkstoff kaufen. Der Gärtner (Fachmann?) hat nur müde gelächelt. Er sagte, es gäbe keine vorbeugenden Spritzmittel gegen Sternrußtau. Alle diese Mittel seien nur zur Stärkung der Rose gedacht. Sonst keine Wirkung. Erst dann, wenn die Rose tatsächlich von Sternrußtau befallen sei, gäbe es konkrete Mittel, die man spritzen könne. Außerdem wäre Steinmehl eine sehr gute Abhärtung für Rosen.

Na toll. Jetzt bin ich ja total verunsichert.

Und was nun???

Eines steht fest: Ich möchte nicht wieder solche Rosen wie im letzten Jahr haben, die oben zwar Blüten haben, aber unten kein einziges Blatt.
Außerdem habe ich wenig Lust, alle Mittelchen durchzuprobieren, ob irgendeines wirkt.

Hilfe.Hilfe.Hilfe. Was soll ich denn nun kaufen ??????????????????????
??????????????????????????????????????????????????????????????????

:( :( :( :( :(

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Beitragvon Herbert Gömmel » Dienstag 5. Februar 2008, 23:37

Hallo Dirgni99,

wenn gesagter Gärtner sagt „die Mittel seien nur zur Stärkung der Rosen gedacht“ hat er selbstverständlich Recht! Denn, wie auch beim Menschen gilt, nur wer entsprechende Abwehrkräfte hat, ist gegen eine Erkältung gefeit. Und genau so ist es auch bei den Pflanzen, respektive Rosen, anzuwenden.

Selbstverständlich sind die gesetzlich zugelassenen Mittel vorbeugend anzuwenden. Das heißt, die Pflanzen werden geschützt und falls Sternrußtau auftreten sollte, verläuft er „gemäsigter“ und die Pflanzen werden nicht total kahl!

Andererseits ist zu bedenken, dass die Rosen nicht immer den idealen Rosenstandort haben und auch deshalb nicht vollständig gegen Sternrußtau gefeit sind.

Fakt ist, dass es kein Mittel gibt, das erst dann wirksam angewendet werden kann, wenn die Rosen bereits befallen sind!

Die Aussage, dass es ein Mittel gäbe wenn die Rosen bereits befallen sein soll ist schlichtweg eine Lüge. Warum hat er denn nicht den Namen des ominösen Mittels genannt.

Man muss auch bedenken, dass es im gewerbsmässigen Anbau andere "scharfe" Mittel gibt, die der Hobbygärtner nicht kaufen kann!

Mein Rat, fragen Sie bei verschiedenen seriösen Rosenbaumschulen / Gartencentern nach. Leider wollen ist dies heutzutage schwierig, vor allem in manchen Gartencentern gibt es kein Fachpersonal. Das habe ich schon testweise erfahren!
Mit rosigen Grüßen
Herbert
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Danke !

Beitragvon Dirgni99 » Freitag 8. Februar 2008, 19:00

Hallo Herbert,

danke für die schnelle und fachkundige Antwort. Habe mich mittlerweile auch bei einem echten "Rosenfachmann" schlau gemacht : bei KORDES.

Empfehlung: 1. Kalium (macht widerstandsfähiger und härter)
2. Organische Volldünger (Oscorna Animalin oder California-
Rinderdung oder auch Guano)
3. Vitanal (wirkt indirekt gg. Pilze)

Damit bin ich schon ganz glücklich!
Vielleicht hilft es anderen Rosenfreunden auch................???

Ein schönes Wochenende wünscht :

Dirgni99 :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
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Beitragvon nesor » Sonntag 10. Februar 2008, 23:29

Hallo,

schon einige Zeit her, daß ich mich wieder einmal hier blicken lasse. Sorry. (Lese gerade, daß es anderen ebenso ging)

Also ich habe den Thread kurz überflogen und will auch noch schnell meinen Senf dazugeben:

Azoxystrobin sollte in jedem Baumarkt oder Gartencenter erhältlich sein. Ich habe es mir angewöhnt, immer nach dem Wirkstoff und nie nach einem Markennamen zu fragen. Einerseits kann man so die Kompetenz der Verkäufer einschätzen ("Häh ? Da muß ich fragen...") und andererseits ist so auch sichergestellt, daß das gekaufte Mittel auch den gewünschten Wirkstoff enthält.

Ich habe nämlich beim Hersteller Celaflor die Erfahrung gemacht, daß unter dem Label "Saprol" zig verschiedene Produkte verkauft werden. So nehme ich an, daß das auch auf andere zutrifft.

Aber ich spritze auch immer noch mit einem anderen, nicht mit Azoxystrobin verwandten, Mittel um Resistenzen vorzubeugen. Name kann ich nachliefern, das steht im Keller und ich sitze gerade gemütlich im Wohnzimmer ;-)

Dieses Jahr werde ich mich übrigens auch von meiner bisherigen Praktik verabschieden, Unkraut mit Rindenmulch zu bekämpfen. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß, sobald ich Rindenmulch ausbringe, sofort die Pilzkrankheiten aufflammen. Ich gehe einmal davon aus, daß das Mulch von Pilzsporen durchsetzt ist.

Anstelle dessen unterpflanze ich die Rosen mit Mauerpfeffer, der wird so zehn Zentimeter hoch, blüht zweimal im Jahr und die Bienen fliegen drauf :-) Vielleicht auch noch mit ein paar anderen Bodendeckern, mal sehen was unsere Baumärkte und Gartencenter so hergeben. Okay, genug off-topic.

> Empfehlung: 1. Kalium (macht widerstandsfähiger und härter)

Ja, aber das dauert. Man möge mich korrigieren, aber Kalium führt nur zu einem schnelleren Verholzen der Triebe bzw. stärkt die Zellwände.

Das ist ja auch sinnvoll, aber wie gesagt nur langfristig. Bei akutem Pilzbefall leider zu spät.

Ich streue Kalium (Patent-Kali oder Thomas-Kali (enthält auch Magnesium für die Blütenbildung)) regelmäßig in kleineren Dosen (im Herbst etwas mehr), da es schnell wasserlöslich ist und bei Regen immer schnell weggespült wird.

Übrigens: Auch auf Rasenflächen habe ich mit Kalium gute Erfahrung gemacht, besonders in den dunklen Ecken, in denen das Gras im Winter immer eingeht.

> 2. Organische Volldünger (Oscorna Animalin oder California-
> Rinderdung oder auch Guano)

Sicherlich gut. Aber ich persönlich mag das nicht.

Mein Favorit ist eher Depotdünger für Rosen oder allgemein Blühpflanzen (man ist ja faul) bzw. Grünkorn (aber Vorsicht, nicht zuviel, sonst hat man nur lange Triebe und Blätter).

Dünger sollte man allgemein sparsam einsetzen. Rosen sind zwar Starkzehrer, aber zuviel des Guten führt zu einem zu schnellen Wachstum (dünne Zellwände) und das macht es dann wieder anfälliger.

> 3. Vitanal (wirkt indirekt gg. Pilze)

Als Alternative (oder zusätzlich - nieder mit den Pilzen ;-) gibt es ja auch diverse Algenextrakte als Pflanzenstärkungsmittel (u.a. Neudorff). Mal sehen, vielleicht lasse ich mich ja zu so einem Affektkauf dieses Saison hinreißen :-)
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Beitragvon Steffie » Montag 11. Februar 2008, 11:04

Geht´s jetzt?
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Beitragvon nesor » Montag 11. Februar 2008, 11:46

Steffie hat geschrieben:Geht´s jetzt?


?
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